Kostenloser Counter von Counterfire (http://counterfire.info)

Litauen: Gedenken am 13. Januar

Bevor am 11. März in Litauen die nationalen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag des baltischen Staates begangen werden, gedenken bereits im Januar vor allem junge Nationalisten der Gefallenen der so genannten Singenden Revolution von 1987 - 1992. So versammelten sich am 13. Januar rund 300 Teilnehmer zu einem feierlichen Fackelmarsch durch das nächtliche Vilnius, der Hauptstadt des südlichsten der drei baltischen Staaten. Schweigend zog die Kolonne zum Antakalnis-Friedhof, wo die Opfer des Vilniusser Blutsonntages ihre letzte Ruhe gefunden haben. Hier wurden nun brennende Kerzen auf den Gräbern der Verteidiger der Heimat aufgestellt und gemeinsam die Nationalhymne gesungen. Anschließend verlas man die Namen der Helden und jeder von Ihnen wurde mit dem lauten Ruf "pagarba!" von allen Versammelten beantwortet, was soviel wie "Respekt!" bedeutet. Neben dem Nationalfeiertag am 11. März ist der 13. Januar ein Fixpunkt des freiheitsliebenden Volkes, das sich auch über Jahrzehnte der Unterdrückung seine Identität und Kultur bewahren konnte. Gelungen ist dies nur unter schwersten Opfern. Mehr als 20.000 Tote während des Partisanenkrieges, ca. 140.000 Gefangene und 118.000 Deportierte sprechen eine mehr als deutliche Sprache.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen im Baltikum versuchte die ehemalige Sowjetunion zwischen Mai und April 1990 durch eine Rohstoffblockade zu unterbinden, was misslang. In der Folge forderte Michael Gorbatschow das kommissarische Staatsoberhaupt Litauens auf, die sowjetische Verfassung anzuerkennen und damit auf die Unabhängigkeit zu verzichten. Die angespannte Situation erreichte ihren Höhepunkt am heute als Vilniusser Blutsonntag bekannten 13. Januar 1991. Im bis dahin friedlichen Freiheitskampf des litauischen Volkes versuchten die sowjetischen Besatzungstruppen, durch militärische Aggressionen, sich zurück an die Macht zu putschen. Diesen Versuch, welcher letztendlich misslang, bezahlten 14 Menschen mit ihrem Leben, als sie wichtige Punkte wie Regierungssitz oder Fernsehturm zu schützen versuchten. Erschossen oder von den sowjetischen Panzern überrollt, starben sie für die Freiheit ihres Volkes. Mehr als 1000 weitere Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Bereits 2 Jahre zuvor kam es mit dem Baltischen Weg zu einer eindrucksvollen Manifestation des Freiheitswillens der baltischen Völker. Am 23. August 1989 schlossen sich mehr als zwei Millionen Litauer, Letten und Esten zu einer 650 Kilometer langen Menschenkette zusammen, welche von Vilnius über Riga bis hin nach Tallin reichte.