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Voigt vs. Pastörs - zur Podiumsdiskussion am 22.03. in Sachsen
Beifall flammt auf, als der amtierende Parteichef Udo Voigt den mit rund 200 Gästen gut gefüllten Saal betritt. Unter den Anwesenden neben vielen parteifreien Kräften auch Vertreter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion wie Gitta Schüßler, Jürgen Gansel, Peter Klose und Andreas Storr. Zu der Podiumsdiskussion mit Udo Voigt und dessen Herausforderer beim anstehenden Bundesparteitag, Udo Pastörs, hatte das Freie Netz Mitteldeutschland geladen. Der folgende Bericht wird sicherlich nicht alle Aussagen in ihrer Gesamtheit widerspiegeln können und ist daher als subjektiver Erlebnisbericht einer zu jedem Zeitpunkt fair geführten Auseinandersetzung zu betrachten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung gegen 15.00 Uhr mit einer einführenden Rede Maik Schefflers, welcher noch einmal auf die Intention der Veranstaltung hinwies und anschließend zum Thema "NPD und Freie Kräfte - Arbeit auf gleicher Augenhöhe" sprach. Er rief den Anwesenden noch einmal klar ins Gedächtnis, dass es ins besondere die Arbeit der außerparlamentarischen Kräfte zu verdanken sei, dass die NPD heute in zwei Länderparlamenten vertreten und auch auf Bundesebene zu neuer Kraft zurückgefunden hat. Gleichsam betonte er aber auch, dass es bis zu einer Interessensgemeinschaft nationaler und sozialer Inhalte noch ein weiter Weg sei.
Auf diesem Weg sei es insbesondere die Aufgabe parteifreier Kräfte eigene Frontmänner für die parlamentarische Arbeit aufzubauen. Denn zu sehr haben sich in der Vergangenheit freie Kräfte selbst in die Rolle der ständigen Kritiker hineinisoliert, so Scheffler weiter.
Als zweiter Redner des Tages richtete Andre Kapke, welcher kurzfristig für den Kameraden Thomas Gerlach eingesprungen war, einen Vortrag zur "Verbürgerlichung der NPD" an die Zuhörer. Hierzu beleuchtete er zunächst die Vorgänge bei Wahlerfolgen kleiner Parteien. Die Kritikschwerpunkte legte Kapke auf die zu stark ausgeprägte Arbeit in das parlamentarische System hinein und den daraus resultierenden Rücklauf politischer Aktivitäten auf der Straße. Probleme, wie sie auch von einem großen Teil der Parteibasis wahrgenommen werden. Gleichermaßen stand die Nichtschaffung einer auch bei Nicht-Wiedereinzug in das sächsische Landesparlament bleibenden Infrastruktur im Fokus der Betrachtung.
Dass er hiermit der Parteibasis gleichermaßen aus dem Herzen sprach wie auch den anwesenden freien Nationalisten bewies nicht zuletzt der Beifall, den Kapke für seine Ausführungen erntete. Nicht erbaut von den klaren Worten, schienen hingegen die anwesenden Abgeordneten, welche sich lautstark empörten.
Der dritte Vortrag befasste sich mit der Frage "Sind Fraktionen nationaler Parteien notwendig, wenn ja zu welchem Zweck?". Der Sprecher beleuchtete das liberalkapitalistische System, welches man nicht nur in Deutschland erkennen, sondern darüber hinaus auch auf allen Ebenen, also auch in den BRD-Parlamenten, bekämpfen müsse. Besonders in den Kommunalparlamenten wo sich der Bürger in seinem persönlichen Umfeld mit der Politik auseinandersetzt, müsse eine nationale Alternative greifbar sein und für eine Normalisierung des Nationalismus in der Wahrnehmung der Menschen sorgen. Geschlossen wurde der Beitrag mit den Worten "Der Kampf geht weiter, aber auch auf dem Stimmzettel".
Mit dieser Darstellung verschiedener Standpunkte, ging es in eine erste Pause, an deren Anschluss ein offenes Mikrofon zur Verfügung stand, um sich zu den zuvor vorgetragenen Beiträgen zu äußern oder gegebenenfalls Stellung zu beziehen. Hiervon machte besonders MdL Jürgen Gansel gebrauch. So unterstelle er Kapke geballte Unsachlichkeit und eine schnodderige Art und Weise. Die durchaus berechtigte und in gleichem Maße belegbare Kritik an nicht geschaffener Infrastruktur in Sachsen versuchte Gansel zu entkräften, indem er die Seitens der NPD angemieteten Bürgerbüros ins Feld führte.
Ein Gegenargument, welches bei genauerer Betrachtung als solches wohl kaum tauglich sein dürfte. Nach weiteren Wortmeldungen leitete der Moderator in den zweiten Teil der Veranstaltung über. Sowohl Pastörs, als auch Voigt bekamen nun die Gelegenheit sich kurz vorzustellen und auf ihre politischen Ziele im Fall der Wahl zum Parteivorsitzenden einzugehen.
Den Anfang machte der Herausforderer um das Amt des Parteivorsitzenden, Udo Pastörs, welcher zunächst feststellte, dass "unsere Partei" in "höchster Not" sei. Er verdeutlichte weiter die Notwendigkeit verschiedener Strömungen innerhalb des Nationalen Widerstandes, kritisierte aber auch die Bundespartei im Zusammenhang mit dem in den letzten Monaten immer wieder wahrnehmbaren Finanzskandal innerhalb der NPD. Er bescheinigte der NPD eine positive Bilanz in ihrer politischen Außenwirkung, was nicht zuletzt auch Voigts Verdienst sei, wie Pastörs betonte. Nach innen jedoch, habe der Parteivorsitzende eine mehr als indiskutable Amtszeit in den letzten 3 Jahren vorzuweisen, was Pastörs an verschiedenen Beispielen versuchte darzulegen.
Nun bekam Udo Voigt das Wort, welcher zunächst die Gelegenheit nutzte sich kurz vorzustellen, was sein Vorredner im Eifer der Auseinandersetzung wohl vergessen hatte. Voigt resümierte zunächst über die Arbeit in seiner nunmehr 41 Jahre währenden Parteimitgliedschaft und stellte seine Sicht der Dinge dar, die nach Voigts Dafürhalten zur gegenwärtigen Finanzlage der NPD geführt haben. In diesem Zusammenhang betonte er nochmals deutlich, dass er von dem Machenschaften des ehemaligen Bundesschatzmeisters, Erwin Kemna, nichts gewusst habe und zu keinem Zeitpunkt an derlei Vorgängen beteiligt war. Weiterhin sprach Voigt über den politischen Weg der NPD unter seiner Führung damals wie heute und kündigte für den Fall seiner Wiederwahl Gespräche mit Vertretern der freien Kräfte an.
Im Anschluss hatten sich beide Kontrahenten im Kampf um den Parteivorsitz verschiedenen Fragen der Organisatoren als auch des Publikums zu stellen. Hierbei betonten sowohl Voigt als auch Pastörs, dass eine Zusammenarbeit zwischen NPD und freien Kräften auch in Zukunft unabdingbar sei, um auch zukünftig aktiv auf der Straße wahrgenommen zu werden. Denn die NPD, so Pastörs, könne diese Dynamik selbst nicht symbolisieren. Auch Voigt setzte nach dem Motto "Getrennt marschieren aber vereint schlagen" auf eine weitere Zusammenarbeit in wichtigen Fragen.
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